Hypnose – zuckersüsse Show und quietschsaure Realität

 

Die Zitronenbeißer

warum Zitronen, die süß schmecken, in Wahrheit doch ganz schön sauer sind

 

Stellen sie sich eine große Hypnoseshow vor, bei der sie Zuschauer sein dürfen.

Sie sitzen im Publikum und gerade wird ein freiwilliger Kandidat auf die Bühne gebeten, um sich hypnotisieren zu lassen.

Sie freuen sich. Sie können sich vorstellen, was gleich passiert.

Verheißungsvoll zeigt Ihnen der Hypnotiseur eine Zitrone. Ihre Wangen beginnen sich zu kräuseln und ihnen läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie wissen und fühlen, diese Zitrone ist sauer.

Auch der Kandidat weiß das.

Doch jetzt geschieht das Wunder.

Jetzt passiert genau das, was alle in dieser Show erwarten.

Der Hypnotiseur schafft in nur wenigen Augenblicken, dass sich die Zitrone für den Auserwählten wandelt.

Die saure Zitrone ist mit Sicherheit immer noch eine saure Zitrone, aber für dieses verhexte Wesen ist sie zu einer köstlichen, süßen Frucht geworden.

Vor unseren Augen passiert das Unfassbare:

Wir erleben die Manipulation eines Hypnotisierten und freuen uns, weil der unglücklich Getäuschte dann „nicht mehr die Wahrheit kennt“.

Irgendetwas Spannendes geschah dort oben auf der Bühne mit ihm, damit er jetzt „nicht mehr Herr seiner Sinne ist“.

Und es ist nicht zuletzt unsere stolze Überlegenheit, die dieses meisterhafte Zauberstück für uns so faszinierend macht.

Und wir glauben zu wissen:

Bei dieser Vorführung ist alles freiwillig.

Ja. Der Verstand des Probanten und dessen Einverständnis scheinen zwei der wichtigsten Voraussetzungen zu sein, damit das Experiment gelingt. Und es fühlt sich mehr als selbstverständlich an, dass der  Hypnotiseur diesen armen Verwirrten von seiner Hypnose und seiner Täuschung wieder befreien muss.

Denn nur dann können auch für den Verirrten alle Zitronen dieser Welt wieder sauer sein.

Dabei ist nicht auszuschließen, dass diese Ent-täuschung sogar ein wenig traurig macht.

Das ist die Show.

Doch irgendwann betreten wir alle die große Bühne des Lebens.

Das tun wir zu 100 Prozent in Hypnose.

Dieser Zustand hält, in seiner Tiefe nur wenig auflockernd, ca. bis zu unserem 8. Lebensjahr an.

Von Sekunde an sind wir nichts anderes als ein Zitronenbeißer und jeder darf uns alles über Zitronen, das Leben und die Welt erzählen.

Alles, was man uns erklärt, halten wir für wahr.

Dabei akzeptieret jedes Kind dieser Welt alles unhinterfragt und muss es als gegeben hinnehmen.

„Zitronen dürfen süß sein. Das Leben ist kein Ponyhof. Wenns am schönsten ist, soll man gehen…

Dein Vater ist ein Dreckskerl. Ein Hoch auf unseren König. Alle Fans vom gegnerischen Fussballclub sind doof.“

Ja…

Besonders auch das, was uns am Leben nicht schmeckt, wird uns als schmackhaft verkauft.

Der Wahnsinn zieht sich durch alle Lebensbereiche und durch jede Zeit.

Spätestens bei unserer Zeugung beginnt die unerschöpfliche Hypnotisierung unseres Geistes. Jedoch betreten wir in diesem Theater nicht freiwillig die Bühne, sondern wir sind allein durch den Umstand des Menschseins und Menschwerdens diesen Suggestionen ausgeliefert.

Wir lernen glauben, was unsere Eltern glauben.

Mehrheitlich werden in unserer so genannten Erziehung also die Suggestionen der Eltern zu den neuen alten Wahrheiten der Kinder gemacht.

All diese landen 1:1 in unserem Unbewussten und dort bleiben sie für immer.

Unser Unbewusstes ist ein riesiger Datenspeicher. Es gibt für dieses keinen Grund, etwas vergessen oder gar löschen zu müssen.

Das ist einer der Hauptgründe, warum gesellschaftlicher Wandel, warum Paradigmenwechsel, trotz vieler neuer Erkenntnisse in allen Wissenschaften, in Forschungen und Techniken zäh und langatmig bleiben.

Neue, gute Ideen verschwinden auf mysteriöse Art und Weise in Schubläden und pädagogisch wertvollere Begleitmodelle für Kinder werden ignoriert und abgewertet.

Oft erst viele Generationen später fragt sich die Menschheit entsetzt: Wie konnte das damals passieren?

 

In diesem Konstrukt gibt es tatsächlich nur wenig Spielraum für wahrhafte, eigene und freie Entfaltung einer Persönlichkeit.

Das Trotzalter und die Pubertät mögen ein kurzes, heftiges Aufbegehren sein, doch Abhängigkeiten und Angst vor Liebesentzug zwingen fast jedes Kind schnell wieder in den gewünschten Modus des Gehorsams und damit in die scheinbar freiwillige Akzeptanz.

Und glaubten wir bis hier her, dass wir ab etwa neun Lebensjahren diesem bösen Spuk entkommen seinen, dann irren wir auch in diesem Fall.

 

Hypnose ist ein Zustand, der uns unser ganzes Leben lang begleitet.

 

Täglich verfallen wir immer wieder, besonders in unseren Routinearbeiten, in tranceartige Zustände, deren Intensität ständig wechselt. Je tiefer der Trancezustand, umso offener und größer ist unsere Empfangsbereitschaft für jegliche Suggestionen.

Und wer glaubt, ohne Hypnose, bei klarem Versand, funktioniert unbewusste Beeinflussung nicht, der irrt sich erneut. Auch ohne Routine und Trancezustände ist der „bewusste“ Mensch manipulierbar.

Gerade für Politik, Religion, Wirtschaft, Medien, Unterhaltung, Spiel und Sport sind diese Mechanismen beste Vorraussetzungen, um Menschen ein Zugehörigkeitsgefühl zu offerieren.

All jene finden auf diese Weise ihre treuesten Anhänger, ihre opferbereiten Gläubigen, ihre bedingungslos gehorsamen Soldaten, ihre fanatischen Fans oder ihre braven konsumsüchtigen Kunden.

Liebesmangel und die Suche nach Liebesersatz sind beste Voraussetzungen, damit Manipulationen  und Suggestionen so wirksam und erfolgreich im Unbewussten der Menschen greifen können.

Immer wieder, wenn wir glauben, wir hätten einen freien Willen, lügen wir uns selbst in die Taschen.

Die Erziehungshypnose ist dabei nur der ganz saure Anfang.

Doch gerade auf diesen erlernten Glaubenssätzen beruht unsere Sicht der Dinge.

Innerhalb dieses erworbenen Weltbildes sind wir ein Leben lang besonders manipulierbar und durch darauf aufbauende Suggestionen spielend leicht zu beeinflussen.

Sobald wir einmal das Alter der Pubertät erreicht haben, und versuchen, der Erziehungshypnose zu entkommen, sind wir schon mit Sack und Pack in den Massenhypnosen gelandet.

Wir sind angepasst und gehorsam, teilweise bis zur totalen Unkenntlichkeit.

Ausnahmen gibt es tatsächlich nur wenige.

Das Unglaublichste daran ist: Je angepasster und folgsamer wir Menschen sind, umso mehr sind wir bereit für Grausamkeiten.

Das geschieht aktiv über brutale Handlungen bis zu Teilnahme an Kriegen und in einer unüberschaubaren Intensität passiv über brutale Szenen in Filmen und Videospielen, Büchern, Nachrichten, Fotos und Erzählungen.

Auch auf der sexuellen Ebene spiegelt sich dieses ganze unbewusste Leid, dass sich an das Gefühl der Liebe gekoppelt hat, in großem Maße wider.

Egal, ob gedanklich in Vergewaltigungsphantasien oder praktiziert in daraus entspringenden brutalen Verbrechen.

All das, was uns in jeglicher Form in den weit verbreiteten sadomasochistischen Auslebungsvatianten begegnet, findet seinen Ursprung in unserer unbewussten Kopplung von Liebe mit Leid.

Und wenn sie sich vielleicht schon so manches Mal gefragt haben, warum Menschen lieber in zermürbenden Beziehungen verharren, statt dem Unglück zu entkommen…

wenn sie sich immer wieder fragen, warum sie selbst oder andere immer wieder in die selben Katastrophen schlittern…

dann sollten sie sich zuerst einmal die Frage stellen, ob „einfach glücklich sein“ in ihrem Leben bisher überhaupt eine Option war.

Es sind vor allem die großen Ängste vor Ablehnung und Liebesverlust unserer, auch scheinbar frei gewählten, Autoritäten, die uns immer tiefer in unser Leid und damit immer tiefer in einen blinden Gehorsam treiben.

Dabei wird gerade der Mangel an der so herbeigesehnten und überlebensnotwendigen Liebe zu einem tragischen Motiv für immer wieder kehrende Unmenschlichkeiten und einer fortschreitenden Verrohung unserer Gesellschaft.

Nichts anderes auf dieser Welt hat wohl mehr Kriege hervorgerufen, als die suggerierte Liebe zu Vaterland oder Religion.

So geschieht es im Großen, und so geschieht es im Kleinen.

Wer als „Hypnotiseur aus Politik, Religion, Sport und Werbung“ mit den tiefsten Urängsten der Menschen in Kontakt tritt, der hat immer leichtes Spiel, seine Verehrer und Anhänger in die Abhängigkeit zu führen.

Unabhängig davon, ob das bewusst oder unbewusst geschieht.

Das Unbewusste ist immer besonders empfänglich und offen dafür. Es folgt dem Resonanzgesetz.

So finden wir Menschen uns immer wieder in dem Paradoxon der Akzeptanz von Kriegsführung, um damit „dem Frieden und dem Glück zu dienen“.

Angst und Liebe sind das, was uns wirklich treibt.

Die Tatsache, dass auf diesem Weg der Übertragung, besonders auch die schlechtesten aller Erfahrungen und fatalsten Glaubenssätze der nächsten Generation übergestülpt werden, zieht sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte.

Jeder Krieg und jedes Leid auf dieser Welt sind in unserem Unbewussten abgespeichert.

Und jede Generation trägt den vergangenen Kummer und das neu erworbene Unglück in die nächste Generation.

Solange, bis es dem einzelnen gelingt, den eigenen hypnotisierten Zustand zu erkennen, und für eine Enthypnotisierung bereit ist.

Erst, wenn wir wieder enthypnotisiert im Zuschauerraum Platz nehmen dürfen, erkennen wir, welches Stück auf der Bühne des Lebens da eigentlich gespielt wird.

Wir müssen wieder wissen dürfen, dass Zitronen in Wahrheit sauer sind, um zu verstehen.

Wir müssen wir sein dürfen, um uns zu fühlen. Wir müssen frei sein von Manipulationen und Suggestionen, um zu fühlen, wie die Welt vielleicht wirklich ist.

Was wir dagegen immer wieder tun, ist nichts anderes, als unsere Kinder ungefragt auf eine Bühne zu holen, von der wir selbst nicht wissen, dass wir sie jemals betreten haben.

Lernen wir, uns selbst und nicht das schmerzvoll geformte Leben der anderen zu fühlen.

Lernen wir unseren Kindern, sich selbst zu spüren.

Hören wir endlich auf, unsere Kinder in unsere eigenen destruktiven, verzweifelten Muster zu zwingen.

Um die Wahrheit über Zitronen zu erfahren, dürfen wir nicht immer wieder diejenigen fragen, die mit uns zusammen hypnotisiert auf der Lebensbühne stehen.

Dazu brauchen wir jemanden, der enthypnotisiert von dieser Bühne entlassen werden konnte.

Suchen sie sich jemand aus dem kleinen Publikum!

Werden sie selbst ein Zuschauer!

Werden sie selbst ein Hypnotiseur, der sich und damit auch andere aus ihren Hypnosen liebevoll befreien kann!

Seien sie dabei, sich selbst und die Menschheit zu ent-täuschen!

 

 

Mein Name ist Kathrin Kain. Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherpie. Es war mein eigener seelischer Schmerz, der mich auf meinen Weg brachte, anderen Menschen zur Seite zu stehen. Liebeskummer, Trauer und das scheinbar unüberwindliche Thema „Loslassen“ zwangen mich auf die verzweifelte Suche nach Lösungen. Warum sollte es ausgerechnet die Liebe sein, die uns so leiden läßt? Mit meinen heutigen Erkenntnissen und meinem völlig neuem Verständnis für Beziehungen eröffnet sich ein anders Bild. Dieses möchte ich gern mit Euch teilen.

 

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